Quarantäne

Das Land Nordrhein-Westfalen hat in der Quarantäneverordnung vom 18. Januar neue Regelungen zur automatischen Quarantäne erlassen. Diese Regelungen gelten auch, wenn das Gesundheitsamt noch keine Ordnungsverfügung ausgesprochen hat, und haben die gleiche rechtliche Wirkung einschließlich des Anspruchs auf Lohnersatz nach Paragraf 56 Infektionsschutzgesetz.

Die örtlichen Behörden können über Ausnahmen – zum Beispiel für die Fortführung einer beruflichen Tätigkeit unter strengen Vorgaben trotz der Quarantäne – entscheiden.

Im Folgenden werden häufig gestellte Fragen zum Thema Quarantäne beantwortet. Die Antworten sind auch auf der Internetseite des Landes Nordrhein-Westfalen (Stand: 25. Januar 2021) nachzulesen.
Die aktuellen Empfehlungen des Robert Koch-Institutes (RKI) zur Kontaktpersonen-Nachverfolgung bei SARS-CoV-2-Infektionen, an denen sich die Landeshauptstadt Düsseldorf orientiert, sind zu finden unter:rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Kontaktperson/Management.html (Stand 16. Februar 2021).

Hinweis für nachfolgende Texte:
Das Düsseldorfer Gesundheitsamt erreichen Sie per Mail unter gesundheitsschutz@duesseldorf.de.

Was bedeutet häusliche Quarantäne?

Quarantäne ist eine zeitlich befristete Isolierung/Absonderung einer infizierten oder jedenfalls ansteckungsverdächtigen Person von anderen Menschen für die Dauer des Zeitraums, in der die unter Quarantäne stehende Person in der Lage ist, das Virus weiterzugeben.

Was ist Sinn der Quarantäne?

Die Quarantäne dient dem Schutz von uns allen vor Ansteckung mit dem Coronavirus und soll die Verbreitung der Erkrankung eindämmen.

Das Robert-Koch-Institut stellt Flyer mit Informationen zur Quarantäne für Kontaktpersonen in verschiedenen Sprachen zur Verfügung.

Die Stadt Dortmund hat Videos in verschiedenen Sprachen zu den wichtigsten Fragen rund um das Thema Quarantäne veröffentlicht.



Wer muss in Quarantäne?

Eine Quarantäneplicht gilt automatisch und ist direkt umzusetzen für:·        

  • Personen, deren PCR-Test auf das Coronavirus SARS-CoV-2 positiv ausgefallen ist
  • Angehörige desselben Haushalts von positiv getesteten Menschen
  • Personen, die Krankheitssymptome zeigen oder ein positives Schnelltestergebnis haben und sich deshalb einem PCR-Test unterziehen – bis zum Vorliegen des Testergebnisses.

Über die Quarantäne von Kontaktpersonen außerhalb des eigenen Haushaltsentscheidet das zuständige Gesundheitsamt je nach Intensität des Kontaktes. Hier gilt die Grundregel: Je enger und länger der Kontakt zu einer infizierten Person war, desto höher ist das Infektionsrisiko und damit auch die Wahrscheinlichkeit einer angeordneten Quarantäne. Davor kann ein medizinischer Mund-Nasen-Schutz (chirurgische Masken, KN95-, FFP2- oder FFP3-Masken – ohne Ausatemventil), konsequentes Lüften und ausreichender Abstand schützen.

Bei jeglichem engeren Kontakt ohne entsprechende Schutzmaßnahmen zu einer mit einer Virusvariante infizierten Person wird vorsorglich eine Quarantäne angeordnet.

Diese Regeln gelten auch für medizinisches oder pflegerisches Personal.

Wie verhalte ich mich in Quarantäne?

Bis zum Ende der Quarantäne sollten die Betroffenen:

  • zweimal täglich Ihre Körpertemperatur messen
  • täglich ein Tagebuch zu Symptomen, Körpertemperatur, allgemeinen Aktivitäten und Kontakten zu weiteren Personen führen - für die zurückliegenden Tage bitte soweit Sie sich erinnern.

Zudem sind folgende Hygieneregeln zu beachten:

  • Kontakte zu anderen Personen sind soweit wie irgend möglich zu minimieren.
  • Nach Möglichkeit sollten sich die Betroffenen zeitlich und räumlich getrennt von den anderen Mitgliedern desselben Haushaltes aufhalten. Eine zeitliche Trennung kann beispielsweise dadurch erfolgen, dass die Mahlzeiten nicht gemeinsam, sondern nacheinander eingenommen werden. Eine räumliche Trennung kann zum Beispiel dadurch erfolgen, dass sich die Haushaltsmitglieder in unterschiedlichen Räumen getrennt voneinander aufhalten.
  • Wenn Sie einen Garten haben, dürfen Sie diesen nutzen. Jedoch nur dann, wenn gesichert ist, dass Sie dort auf niemanden treffen. Auch sollten Sie keine Lieferungen persönlich an der Tür entgegennehmen.
  • Müll rausbringen: Wenn Sie alleine leben, muss sichergestellt sein, dass Sie auf dem Weg zur Mülltonne keinen Kontakt zu anderen Personen haben.
  • Mit dem Virus infizierte Menschen sollten beim Husten und Niesen unbedingt Abstand zu anderen einhalten – von anderen wegdrehen und die Armbeuge vor Mund und Nase halten oder ein Papiertaschentuch benutzen und dieses danach sofort entsorgen. Regelmäßiges gründliches Händewaschen mit Wasser und Seife ist zwingend notwendig. Das Berühren von Augen, Nase und Mund sollte unterbleiben. Diese Hygieneregeln zu befolgen, ist generell allen empfohlen.

Wen muss ich über die Quarantäne informieren?

Personen mit positivem Testergebnis (infizierte Personen) müssen unmittelbar ihre engen persönlichen Kontakte informieren. Das gilt insbesondere, wenn der Kontakt in einem schlecht oder nicht belüfteten Raum über einen längeren Zeitraum bestand, oder in einem direkten Kontakt kein Abstand von anderthalb Metern untereinander eingehalten wurde und kein medizinischer Mund-Nasen-Schutz (chirurgische Masken, KN95-, FFP2- oder FFP3-Masken – ohne Ausatemventil) getragen wurde.

Die informierten Personen werden gebeten, sich selbst zu isolieren und den Kontakt mit dem zuständigen Gesundheitsamt zu suchen. Wenn die informierten Personen weiterhin Kontakte nach außen haben müssen, sind – bis das zuständige Gesundheitsamt das weitere Vorgehen festgelegt hat – verstärkt Hygieneregeln zu beachten (Alltagsmaske tragen, Abstand halten und Kontakte reduzieren).

Gibt es Ausnahmen von den Quarantäneregelungen?

Ausnahmen der automatischen Quarantäneregelung
Erlässt eine örtlich zuständige Behörde zusätzlich eine individuelle Anordnung, so geht deren Inhalt der generellen Regelung der Quarantäneverordnung in jedem Fall vor. Die örtlichen Behörden können auch über Ausnahmen – zum Beispiel für die Fortführung einer beruflichen Tätigkeit unter strengen Vorgaben – entscheiden.

Weitere Sonderregelungen
Für Pflegeeinrichtungen und Einrichtungen der Eingliederungshilfe gelten Sonderregelungen beim Thema Quarantäne. Sie sind in den nachfolgenden Allgemeinverfügungen festgehalten:

Dauer der Quarantäne

Die Dauer der Quarantäne kann von Fall zu Fall unterschiedlich sein. Es gelten folgende Regelungen:

  • Bei Verdachtsfällen (Symptome oder positiver Schnelltest) gilt: Der Zeitraum von der Testung bis zum Vorliegen des negativen Testergebnisses muss in Quarantäne verbracht werden. Fällt das Ergebnis negativ aus (keine Infektion), kann die Quarantäne sofort beendet werden.
  • Im Falle eines Tests mit positivem Ergebnis (Infektion nachgewiesen) endet die Quarantäne frühestens 14 Tage nach der Testung – wenn die getestete Person symptomfrei bleibt. Zeigt die getestete Person Symptome, verlängert sich die Quarantäne so lange, bis 48 Stunden lang keine Krankheitsanzeichen mehr vorliegen. Es wird dringend – auch durch das RKI – empfohlen, dass vor der Beendigung der Quarantäne ein Abschlusstest durchgeführt wird; dieser sollte ein negatives Ergebnis oder eine Virenkopienanzahl von weniger als 1 Million/ml aufweisen.

Für medizinisches oder pflegerisches Personal gelten die gleichen Quarantänepflichten.

  • Für Kontaktpersonen der Kategorie I – zum Beispiel Familienangehörige beziehungsweise Personen derselben häuslichen Gemeinschaft – gilt eine Quarantänezeit von 14 Tagen nachdem sie dem Virus ausgesetzt wurden (Exposition). Es wird dringend – auch durch das RKI – empfohlen, dass vor der Beendigung der Quarantäne ein Abschlusstest durchgeführt wird; dieser muss dann für eine Entlassung ein negatives Ergebnis aufweisen.
    Aufgrund des Infektionsverlaufs wird zudem eine Zwischentestung zwischen dem fünften und siebten Tag nach Exposition empfohlen.


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